How Many Roads - Play Dylan

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History

HOW MANY ROADS

wurden im Herbst 2000 aus der Taufe gehoben und waren ursprünglich geplant als einjähriges Projekt anlässlich des 60. Geburtstages von Bob Dylan am 24. Mai 2001; der Singer/Songwriter Mox R. Koch hatte die Idee, eine kompakte Show mit den bekanntesten Songs des großen Dylan zusammen zu stellen: „Ich bin regelmäßiger Konzertbesucher von Dylans Neverending Tour und nach jedem Konzert total überwältigt – von der Performance, von seiner Band, von der unvergleichlichen Kraft der Songs, gleichzeitig vermisse ich aber immer auch einige meiner absolute favourites. Das war der Ansatz.“

Mox scharte Musiker um sich, die trotz vielfältiger anderer musikalischer Aktivitäten „ready, willing and able“ waren, einige Monate harter Proben auf sich zu nehmen. Die Reaktionen auf die HAPPY BIRTHDAY BOB TOUR waren dann so ermutigend, dass man beschloss, weiter „on the road“ zu bleiben und die aktuelle FOREVER YOUNG TOUR in Gang zu bringen.

Das Konzept von HOW MANY ROADS hat sich inzwischen sowohl in Clubs als auch auf großen Bühnen vielfach bewährt: Die Band bedient sowohl die eingefleischten Dylan-Fans, die in den neuen Versionen der Titel ihre eigene Liebe zum Meister wieder erkennen, als auch das neutralere Publikum, das die dargebotenen Sücke einfach großartig findet, auch wenn es sie interessanterweise vorher häufig gar nicht mit Dylan selbst in Verbindung gebracht hat (die Geschichte der Cover-Versionen beginnt ja schon mit Peter, Paul & Mary und „Blowing in the Wind“ und wird bis heute fortgeschrieben).

HOW MANY ROADS nehmen bei jedem Konzert die Herausforderung neu an, Songs zu interpretieren, die sich unauslöschlich in das Bewusstsein der Welt eingebrannt haben und die Entwicklung der populären Musik in einer Weise geprägt haben, die nur noch mit dem Einfluss der Beatles zu vergleichen ist. „It’s a long row to hoe“, wie der Engländer sagt, keine leichte Aufgabe! Seid dabei, wenn HOW MANY ROADS live on stage eindrucksvoll – druckvoll beweisen, dass sie zu lösen ist!!!

2006

Die Band hat die SPRING TOUR – die erste unter der Ägide ihres neuen Managers Doc Bernd – erfolgreich abgeschlossen. Es gab einige Veränderungen im Vergleich zu den Konzerten 2005: Die ROADS spielten jeweils zwei Sets - gut für die Ohren und Gelegenheit für die Jungs, die durchgeschwitzte Garderobe zu wechseln! Der Acoustic Set fiel in diesem Frühjahr aus. Im ersten Teil, konzertant angelegt, wurde die Songabfolge häufig variiert, neben den Balladen entwickelte sich Man Gave Names to All the Animals mit dem snake dance im Finale zum neuen crowd pleaser. Höhepunkt war immer I Want You, gefolgt von einer ruhigeren Nummer vor der Pause. Der zweite Set ging von Beginn an erbarmungslos zur Sache, mit My Back Pages und einem gigantischen Things Have Changed mit einem langen, wunderschön getimten Solo von Stefan. Als einziger slow song kam Love Sick, unbestritten der balladeske Höhepunkt des Konzertes. Der erste Zugabenteil war ROADS-Standard, im zweiten Encore dafür wieder Variationen – das Repertoire gibt so etwas ja locker her! Die Band kam irgendwie noch runder und bühnen-präsenter rüber als im letzten Jahr – vielleicht war das auch dem neuen Mann im Hintergrund zuzuschreiben? Wie Zusammenspiel und besonders auch das Zusammenagieren der Jungs auf der Bühne verschmolzen mit der großen Kunst des Meisters – das hatte etwas Einmaliges. Symbolträchtig war dann auch der letzte Song der Tour (in der Paderborner Kulturwerkstatt): Tryin’ to Get to Heaven (before they close the door). Wie geht’s weiter? Im Herbst startet die FOREVER YOUNG TOUR, vorher gibt’s vielleicht noch das eine oder andere Einzelkonzert. Mitschnitte der SPRING TOUR sollen wie man hört zu einer Live-CD zusammengestellt werden, im Sommer werden die letzten Studioaufnahmen abgemischt und ein paar neue Songs eingeprobt, Gerüchte sprechen von Blind Willie McTell, This Wheel’s on Fire, She Belongs to Me und Sugar Baby.

2005

Zwei Konzerte verdienen besondere Erwähnung, einmal das auf dem Schalksmühler Sommerfest am 27. August (Schalksmühle ist der Heimatort von Sänger Mox) und dann der Gig in der Kulturschmiede am 26. Oktober.

Die Westfälische Rundschau am 29. August:

4. Schalksmühler Sommerfest Mox R. Koch mit „Heimspiel“ ... der Ex-Schalksmühler, Mitglied der Kultband „Pegasus“ freute sich sichtlich, nach Jahrzehnten mal wieder in seinem Heimatort zu spielen. „Wenn es bis zum nächsten Mal wieder so lange dauert, werde ich wohl nicht mehr auf der Bühne stehen können“, ulkte er. „It’s All Over Now, Baby Blue“ – damit begann die Band – und dann folgten 90 Minuten ein Dylan-Hit nach dem anderen. Koch und die Band versuchten erst gar nicht, den Meister zu kopieren. Sie haben ihren eigenen Stil gefunden, trotz der Nähe zum Original.

Harte Riffs Gute Musiker stehen da auf der Bühne, harte Gitarren-Riffs werden eher dem Dylan der 90er Jahre gerecht, der damals seinen alten Songs einen modernen Anstrich verpasste. Koch näselt die Songs auch nicht so wie Dylan, findet zur eigenen Interpretation. Wenn er allerdings sein exzellentes Mundharmonika-Spiel hören lässt, steht Robert Zimmermann, wie Dylan bürgerlich heißt, Pate. „The Times They Are A-Changin’“ erklingt, natürlich auch „Mr. Tambourine Man”. “Das haben wir damals im Jugendzentrum geprobt”, blickt Koch zurück. Es folgen „Forever Young“ („Das hat Dylan für uns alle geschrieben“, kokettierte Koch, „Lovesick“ aus dem Jahr 1997, aber auch ein Ausflug zu Manfred Mann mit „Mighty Quinn“. Nach „All Along the Watchtower“ dann das furiose Finale: eine langsame Version von „Knockin’ on Heavens Door“, „Like a Rolling Stone“, das mittlerweile auch zum festen Repertoire der Rolling Stones gehört und als Zugabe „Blowin’ in the Wind“. „How many roads...“ lautet die erste Textzeile dieses Klassikers – und so hat sich ja schließlich auch die Band genannt. Viel Applaus gab es für Mox R. Koch und seine Mitstreiter. Und so manch eine alte Geschichte über die Kultband „Pegasus“ machte die Runde.

Special contribution by Opfi

Eine kurze Mitteilung in der Zeitung: Dylan Meets Brecht. How Many Roads und die Literarische Gesellschaft Arnsberg ... . Nichts wie hin. Was soll das geben? Vor Ort leichtes Befremden bei mir, denn ich bin deutlich jünger als der Durchschnitt der Anwesenden. Ich sage den Jungs hinter der Bühne hallo und vermisse Karsten. „Fehlt unentschuldigt“, sagt Ralf. Meine Spannung steigert sich. Dr. Markus Meik von der LG eröffnet den Abend, die Kulturschmiede ist gut gefüllt und das Publikum hängt an seinen Worten, selbst ich muss gestehen, was er sagt, fesselt mich – es ist immer wieder erstaunlich, was aus einer neuen Perspektive heraus über Dylan und seine Lyrik zu sagen ist. Dann die Band: Mox an der 2. Gitarre, wenn er nicht blasen muss, Stefan mit neuen Gitarrenarrangements da, wo er die einzige Gitarre spielt (besonders grandios in „Rolling Stone“ und „Pill-Box Hat“), Ralf insgesamt dominanter und Nobby und Markus mit frappierender Leichtigkeit und Spielfreude, die beide lächeln wie frisch begattete Eichhörnchen – als ob das alles so einfach wäre! Der Sound einfach verblüffend, vergleichsweise sehr leise, enorm durchhörbar und trotzdem druckig und kompakt. Offensichtlich nimmt die Band Rücksicht auf ihr Publikum, nur zwei Damen in der ersten Reihe halten sich bisweilen die Ohren zu. Das Publikum hört zu, niemand redet, man fühlt sich fast wie im eigenen Wohnzimmer! Der Abend ist viergeteilt: Lesung/Band mal 4 plus Zugaben, die Band spielt 4 thematisch orientierte Sets und Mox, inspiriert von Markus Meik,erzählt mehr als sonst auch mal die eine oder andere Anekdote zu einzelnen Titeln:

Die Balladen kommen so gut, dass man heulen möchte, es gibt viele neue Höreindrücke, da Mox sparsamer und weicher als Karsten spielt und die Truppe natürlich mitzieht. Haben die das eigentlich geübt??? Nach „Watchtower“ geht Stefan von der Bühne und entschuldigt sich bei den Damen in der ersten Reihe für die Lautstärke – niedlich! Es gibt eine Reihe solcher ungewöhnlicher Szenen, der Zugabenteil beginnt mit einem genial verloren klingenden Mundharmonika-Solo, man wünscht sich, dass die Roads das und einiges mehr vom heutigen Abend in ihr „Normal“-Programm aufnehmen. After the show ist mein Eindruck, dass die Jungs selbst etwas verblüfft sind über das, was sie heute abgeliefert haben, nur Stefan hat „ein wenig der Rock’n’Roll gefehlt“. Sei’s drum – den gibt’s dann volle Kanne eben nächstes Mal wieder. Übrigens: Karsten fehlte natürlich nicht unentschuldigt.